Trauriges Theater um FCA-Stadion

31. Juli 2007

Die Stadt Aarau erlebt wieder einmal ein trauriges Polittheater. Dass das Referendum gegen den Planungskredit für das neue Stadion des FC Aarau zustande gekommen ist, ist zwar demokratisch legitim, zeigt aber einmal mehr, dass es in Aarau eine grosse Fraktion von militanten Verhinderern gibt.

Es ist den meisten klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht, da das „Brügglifeld“ nicht mehr zeitgemäss ist. Und dass es mit dem Neubau schnell gehen muss, hat der Fussballverband wiederholt klar gemacht: Erfolgt bis im Frühling 2008 keine Baueingabe, erhält der FC Aarau keine Lizenz mehr für die oberste Schweizer Fussballliga. Und obwohl unser Stadt-Club seit 27 Jahren als sportlich unabsteigbar gilt, wäre der Abstieg am grünen Tisch nicht mehr zu vermeiden oder der FCA muss seine "Heimspiele" in den superleaguetauglichen Stadien von Basel, Bern, Neuenburg etc. austragen, was enorm viel kostet und für den FCA finanziell nicht tragbar ist.

Das per Referendum verordnete „Denkverbot“ steht daher quer in der Landschaft: Anstatt so schnell wie möglich ein Projekt auszuarbeiten und dieses dann bereits im November 2007 dem Stimmvolk zur Abstimmung zu unterbreiten, wird jeder Fortschritt abgeblockt. Wie soll das Stimmvolk denn entscheiden können, ob es ein Stadion im „Torfeld Süd“ wünscht, wenn es noch gar nicht weiss, wie dieses aussehen soll?

Sehr erstaunt ist die JFDP Aarau-Lenzburg auch darüber, dass das Referendumskomitee den Bau eines Stadions auf der „Obermatte“ in Buchs vorschlägt. Obwohl es im Komitee von Linken und Grünen nur so wimmelt, wird ignoriert, dass das Stadion auf einer grünen Wiese zu stehen käme, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wohnquartier und mit dem ÖV nur sehr mühsam erreichbar wäre. Kurz: Ein ökologischer Schwachsinn, welchen uns die Linken und Grünen schmackhaft machen wollen. Ganz anders allerdings bei dem von den gleichen Leuten bekämpften Stadion im „Torfeld Süd“: Diesem Bau müsste kein einziger Grashalm weichen und es ist in der ganzen Region Aarau kein Standort denkbar, welcher besser an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist. Es liegt der Verdacht nahe, dass auch das Referendumskomitee weiss, dass das Projekt eines Fussballstadions auf der „Obermatte“ chancenlos ist, abgesehen davon, dass es mehr als 10 Mio. Franken teurer wäre! Hinzu kommt, dass die Grundeigentümer (Ortsbürgergemeinde Rohr) und die Standortgemeinde (Buchs) ihre ablehnende Haltung diesem Projekt gegenüber mehrmals bestätigt haben; dies wird vom Referendumskomitee wohlweislich verschwiegen. Setzen diese Leute also trotzdem auf diese Karte, kann dies nichts anderes heissen, als dass sie das Stadion schlicht verhindern wollen und gezielt darauf hinarbeiten, dass der FCA aus der Super League absteigen muss und in der sportlichen Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Die JFDP Aarau-Lenzburg hat sich stets für den Bau eines zeitgemässen Stadions für den FCA ausgesprochen. Sie verlangt vom Stadtrat Aarau, dass er dieses unsinnige Referendum schnellstmöglich dem Volk zur Abstimmung vorlegt, um den bereits angerichteten Schaden zu beschränken. Will man nicht riskieren, dass der FCA auf diesem traurigen Weg in der sportlichen Bedeutungslosigkeit verschwindet, gibt es nur eins: Gemeinsam kämpfen für die Stadt und Region Aarau mit einem neuen kostengünstigen FCA-Stadion, am optimalen Standort: Im „Torfeld Süd“!


Artikel in der AZ vom 4. August 2007:

AZ vom 4. August 2007

Theater um das FCA-Stadion

AARAU Die Jungfreisinnigen nehmen Stellung zum Referendum über den Planungskredit für das Torfeld Süd.

Dass das Referendum gegen den Planungskredit über 1,6 Millionen Franken für das neue Fussballstadion des FC Aarau im Torfeld Süd zustande gekommen ist, sei zwar «demokratisch legitim», zeige aber einmal mehr, «dass es in Aarau eine grosse Fraktion von militanten Verhinderern gibt», schreibt die Junge FDP Aarau-Lenzburg in einer Stellungnahme.

Das per Referendum verordnete «Denkverbot» stehe quer in der Landschaft: Anstatt so schnell wie möglich ein Projekt auszuarbeiten und dieses dann im November 2007 dem Volk zur Abstimmung zu unterbreiten, werde «jeder Fortschritt abgeblockt». Die Stadt erlebe einmal mehr ein «trauriges Polittheater», meinen die Jungfreisinnigen.

EIN «ÖKOLOGISCHER SCHWACHSINN»

«Sehr erstaunt» zeigt sich die Jungpartei darüber, dass das Referendumskomitee den Bau eines Stadions auf der Obermatte in Buchs vorschlägt. Obwohl es beim Komitee von Linken und Grünen nur so wimmle, werde ignoriert, dass das Stadion auf einer grünen Wiese zu stehen käme, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wohnquartier und mit dem öffentlichen Verkehr nur sehr mühsam erreichbar. Für die Junge FDP ist eine solche Alternative ein «ökologischer Schwachsinn». Ganz anders präsentiere sich die Lage im Torfeld Süd: Hier müsse «kein einziger Grashalm weichen», der vom Stadt- und Einwohnerrat vorgeschlagene Standort sei bestens an den Verkehr angeschlossen.

ALTERNATIVE IST «CHANCENLOS»

Der Verdacht liege also nahe, dass die Gegner des Projektes Torfeld Süd wissen, dass die Alternative auf der Obermatte «chancenlos» ist, abgesehen davon, dass sie zehn Millionen Franken teurer zu stehen komme. Zudem hätten einer der beiden Grundeigentümer (Ortsbürger Rohr) und die Standortgemeinde Buchs ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Stadion auf der Obermatte «mehrmals bestätigt», was aber vom Referendumskomitee wohlweislich verschwiegen werde. «Setzen diese Leute also trotzdem auf die Karte Obermatte, kann das nichts anderes heissen, als dass sie das Stadion schlicht verhindern wollen und gezielt darauf hinarbeiten, dass der FC Aarau aus der Super League absteigen muss und in der sportlichen Bedeutungslosigkeit verschwindet», folgert die Junge FDP Aarau-Lenzburg.

Die Partei verlangt, dass der Aarauer Stadtrat «dieses unsinnige Referendum schnellstmöglich zur Abstimmung bringt», um den «bereits angerichteten Schaden» zu beschränken. (hr)