|
Parkraumkonzept der Stadt Aarau |
|
3. April 2006
Die JFDP Aarau-Lenzburg äussert sich kritisch zum neuen Aarauer Parkraumkonzept. Bemängelt werden vor allem die folgenden Punkte:
- Das neue Parkraumkonzept ist ein Flickwerk. Es verspricht eine klare Regelung und verzettelt sich dann in diversen Ausnahmen, die sämtliche mit einem unverhältnismässigen Verwaltungs- und Kontrollaufwand verbunden sind. So soll es – als Ausnahme zu generellen Parkdauerbeschränkungen – Dauerbewilligungen, Ausnahmeregelungen und Parkkarten geben, welche wiederum aber nur dort eingesetzt werden können, wo keine Parkuhren stehen. Diese Beispiele zeigen: Das Konzept ist insgesamt unübersichtlich und verwirrend.
- Die Anwohnerbevorzugung die im Parkraumkonzept vorgeschlagen wird, ist nicht logisch zu begründen. Wieso soll ein Anwohner knapp 1.- pro Tag fürs Parkieren bezahlen, ein Pendler hingegen fast 8.- pro Arbeitstag? Der Einwand, dass Anwohner ohne eigene Parkplätze ihr Auto abstellen können müssen, wird hinfällig wenn man bedenkt, dass man bei einem Hauskauf schon sieht, ob eigene Parkplätze vorhanden sind und als Autobesitzer auch darauf achten sollte. Es ist nicht fair, wenn ein Anwohner seine Eigenverantwortung wahrnimmt und für Tausende von Franken einen eigenen Parkplatz erstellt, während sein Nachbar für 360.- im Jahr sein Auto auf einem staatlich subventionierten Parkplatz auf öffentlichem Boden abstellen kann. Die JFDP unterstützt die Eigenverantwortung der Anwohner, wer keinen eigenen Parkplatz hat, soll für einen öffentlichen Parkplatz zahlen und zwar gleich viel wie alle anderen auch.
- Das neue Parkraumkonzept will die Anzahl der zu erstellenden Pflichtparkplätze bei Neubauten senken, z.T. sogar zwingend beschränken. Dies ist unsinnig, wenn man die Zunahme des Motorisierungsgrads in den letzten Jahren betrachtet. Diese Beeinflussung der privaten Parkplatzerstellung führt nur dazu, dass immer mehr öffentliche Parkplätze benötigt werden und sich die Parkplatzknappheit verschärft. Ob dies zu weniger Autoverkehr führt, kann stark bezweifelt werden – eher wird es zu ‚Schwarzparkieren’ kommen.
- Der Wirtschaftsstandort Aarau büsst an Attraktivität ein mit diesem autofeindlichen Konzept. Parkgebühren sind verantwortbar im Sinne einer Lenkungsabgabe (wer öffentliche Parkplätze gebraucht, soll auch für die Bewirtschaftung derer zahlen). Die angestrebte generelle Parkdauerbeschränkung jedoch ist schwachsinnig. Vor allem Gastronomie und Gewerbe werden darunter zu leiden haben, wenn ihre Kundschaft sich für Verpflegung und Kommissionen keine Zeit mehr lassen kann.
Die JFDP Aarau-Lenzburg anerkennt, dass bei der Parkplatzsituation in Aarau Handlungsbedarf besteht. Das vorliegende Konzept vermag jedoch nicht zu überzeugen und geht in die falsche Richtung. Die Verantwortlichen müssen hier nochmals über die Bücher.
|