Die FDP der Stadt Aarau um 1970 war ein reiner Männerverein von über 50-jährigen Brigadiers und Rechtsanwälten. Da Frauen in dieser Gesellschaft nicht erwünscht waren, gab es noch eine freisinnige Frauengruppe und weiter bestand das Bedürfnis der Jugendlichen, eine liberale Jugendgruppierung zu gründen. Doch einem solchen Vorhaben stand die Stadtpartei ziemlich skeptisch gegenüber. Dies wurde aber dadurch begründet, dass einst das Team-67 existierte, welches aber von der ursprünglich gemässigten Linie abwich und hoffnungslos nach links abgerutscht war. Solches Schauspiel sollte auf gar keinen Fall zum zweiten Male miterlebt werden. Dennoch wusste Hermann Rauber, der vor dem Vorstand der Stadtpartei antraben musste, die Sache zu rechtfertigen. Schliesslich wurden die JF Aarau 1973 gegründet, mit einem Startkapital von immerhin Fr. 200.-, welches die Stadtpartei zur Verfügung gestellt hatte. Gleich bei den allerersten Erneuerungswahlen des Einwohnerrates Aarau kandidierten 5 Jungfreisinnige auf der Liste der Stadtpartei. Zwei von ihnen wurden gewählt, darunter auch Hermann Rauber. Ansonsten versammelten sich die Jungfreisinnigen jeweils am Sonntagabend im ersten Stock des Restaurants Laterne. Damals handelte es sich eher um eine lose Gruppierung, welche auch gerne auf Reisen war. So waren sie schon in Rom, München oder Wien. Wie heute waren die JFA die einzig wahrnehmbare Jungpartei in der Region. Zu den grössten Erfolgen gehört sicher das ergriffene Referendum gegen die neue Besoldungs-Ordnung der Stadt, das dann vom Volk sogar angenommen wurde. Auch haben einige noch aktive Politiker ihre politischen Anfänge in der JF Aarau begonnen.
Nach 31 Jahren JF Aarau wurde die Partei 2004 um den Bezirk Lenzburg erweitert. Im Jahr 2010 erfolgte schliesslich die Umbenennung in jungfreisinnige aarau-lenzburg.

