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Die jungfreisinnigen aargau sind nur mässig zufrieden mit der Vorlage zur Volksschule Aargau. Zwar hat sie zum Teil gute Ansätze, aber noch sind zu viele Fragen offen. Die Jungfreisinnigen fordern von Regierungsrat Hürzeler ein klares Statement pro oder contra integrativer Schule, denn viele angedachte Massnahmen zielen wohl auf eine indirekte Finanzierung der integrativen Schule während auf der anderen Seite Spezialklassen gefordert werden und damit dieses System ad absurdum geführt wird.
Kindergarten: Aufgrund der Tatsache, dass bereits heute fast alle Kinder den Kindergarten besuchen und im Sinne der Harmonisierung, ist es für die Jungfreisinnigen mehr als konsequent, diesen als obligatorisch zu erklären. Es soll aber darauf geachtet werden, dass er nicht in zwei vorgezogene Primarschuljahre umfunktioniert wird, denn primär ist es die Aufgabe des Kindergartens, den „Sozialisierungsprozess“ der Kinder zu fördern und zu begleiten.
Modell 6/3 statt 5/4: Die Jungfreisinnigen bezweifeln den pädagogischen Nutzen dieser Umstellung. Die Aufteilung 5/4 ist sinnvoller, sollte doch ab dem 6. Schuljahr der Lehrprozess intensiviert werden können, was faktisch nur mit dem Übertritt an eine neue Schulstufe möglich ist. Im Sinne der Harmonisierung aber sagen wir nur widerwillig ja. Es MUSS zwingend darauf geachtet werden, dass begabtere Schüler im 6. Schuljahr nicht gelangweilt und unterfordert sind. Als Kompromiss könnte die 6. Klasse als eigentliche „Übertrittsklasse“ funktionieren, in der den Schülern erhöhte Anforderungen gestellt werden.
Sonderlektionen, Assistenzen, Spezialklassen und die integrative Schule: Grundsätzlich sind die jungfreisinnigen aargau damit einverstanden, wenn stark „belastete“ Gemeinden Zusatzlektionen erhalten, aber der Umverteilungsmechanismus ist zu stark. Nach Ausführungen des BKS sollen 30-40% der Schulstandorte Geld für Zusatzlektionen erhalten, uns scheint dies zu viel. In diesem Zusammenhang ist das Konzept der integrativen Schulung definitiv zu begraben, die Kosten sind sehr hoch und – Zürich hat sich bereits wieder abgewandt – der pädagogische Nutzen ist (zumindest) umstritten. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass durch die Sonderlektionen eine indirekte Finanzierung der integrativen Schulung sichergestellt werden soll.
Die gleiche Vermutung äussern die Jungfreisinnigen bei der Idee von zusätzlichen Assistenten in der Real- und Sekundarschule, sollte diese Massnahme nämlich bloss als Feigenblatt für die Finanzierung eines teuren integrativen Schulmodells dienen, lehnen wir die an und für sich gute Idee entschieden ab! Stellt sich überdies die Frage, wie solche Assistierenden gefunden werden sollen, wenn schon bei den Lehrpersonen die Nachfrage grösser als das Angebot ist.
Auch bei den Spezialklassen stellt sich die Frage, weshalb es diese Zwängerei mit der integrativen Schule braucht, auf der anderen Seite aber mit Spezialklassen dieses System ad absurdum geführt wird! Die Jungfreisinnigen fordern den Bildungsdirektor auf, einen klaren Entscheid betreffend integrativer Schule zu fällen, dann können alle Karten auch wieder offen auf den Tisch gelegt werden.
Adrian Meier, Vize-Präsident: „Wir wollen endlich offene Karten, Regierungsrat Hürzeler soll betreffend integrativer Schule klar Stellung nehmen: ja oder nein und dann konsequent die Schule Aargau darauf ausrichten.“ Titus Meier, Grossrat: „Die Einführung der integrativen Schulung über den Hintereingang rächt sich heute; was bei einzelnen kleinen Schulen gut umsetzbar ist, führt bei grossen Schulstandorten mit entsprechender Heterogenität der SchülerInnen zur Überforderung der Ressourcen.“
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